Gespräch mit NN

Audioaufnahme vom 29. Mai 2020 eines Gesprächs zwischen Dr. Witold Kilarski und NN — Leiterin der Fördermittelkontrolle des NCN. Am selben Tag erpresste NCN-Direktor Zbigniew Błocki NN, um Kilarski unter Druck zu setzen, seinen NAWA-Förderantrag zurückzuziehen, um Prof. Marcin Drąg zu besänftigen.

Aufgezeichnetes Gespräch — 29. Mai 2020
NN und Dr. Witold Kilarski · Vollständige Aufnahme

A. Erpressung durch Direktor Błocki

NN beschreibt, wie Direktor Błocki sie einbestellte und verlangte, dass sie Kilarski auffordere, seinen NAWA-Antrag („Polnische Rückkehr") zurückzuziehen, um Prof. Marcin Drąg zu besänftigen.

NN
„[Er sagte mir,] dass du die Rückkehr-Bewerbung zurückziehen sollst, denn so oder so — und ich zitiere — ‚Er würde es sowieso nicht bekommen.'"
NN
„Ich hoffe, das wird ihn besänftigen — genau — dass es Herrn Drąg zufriedenstellt, wenn Herr Kilarski sein Projekt aus dem Rückkehr-Programm zurückzieht."
NN
„Die Information, die ich heute erhalten habe, ist, dass Herr Marcin Drąg einflussreich ist."

B. Sexueller Übergriff durch Prof. M.D.

NN schildert einen mutmaßlichen sexuellen Übergriff durch Prof. M.D. — nach ihrer Darstellung soll sie gegen einen Zaun gedrückt, gegen ihren Willen geküsst und trotz ihres geäußerten Widerspruchs intim berührt worden sein. NN betont, dass sie sich gewehrt und mehrfach das Beenden des Verhaltens gefordert habe. Die Beschreibung beschränkt sich auf beweiserhebliche Tatsachen ohne unnötige anatomische Einzelheiten.

NN
„Er drückte mich gegen den Zaun, fing an mich zu küssen. Er fing an, seine Hand in meine Hose zu stecken."
NN
„Ich wollte nicht, ich wollte nicht, verstehst du? Denn ich zog seine Hand heraus und sagte die ganze Zeit: Nimm das raus Marcin, nimm das raus Marcin, hör auf, lass mich."

C. Verharmlosung des Vorfalls durch den Direktor

Als NN dem NCN-Direktor Z.B. von dem mutmaßlichen Übergriff berichtete, soll er mit einer sexuell gefärbten Bemerkung reagiert haben, statt institutionell tätig zu werden. NN wertet dies als Versäumnis ihres Vorgesetzten.

NN (zitiert Z.B.)
„Was spielt das für eine Rolle? Vielleicht bin ich es, der dir bald Sex vorschlägt."
NN
„Du hast mir keinen Sex vorgeschlagen. Ich hätte sagen können: Und wenn du es vorschlagen würdest, würde ich mich wahrscheinlich übergeben."

D. Lesen privater Nachrichten

Błocki und der Hauptbuchhalter Wais lasen ohne NN Einwilligung ihre privaten Messenger-Gespräche:

NN
„Er las meine Messenger-Nachrichten... Wais auch. Błocki las sie, aber er gab sie an Wais weiter. Der las sie auch."

E. Systematische Korruption am NCN

NN beschreibt mehrere Korruptionsfälle am NCN:

Fall Januszkiewicz — Błocki wurde wegen Interessenkonflikts ausgeschlossen, griff aber dennoch ein, um das Prüfungsergebnis zu ändern.

Fall Gola — der NCN-Direktor rettete 1,3 Mio. PLN für einen Forscher, nachdem die Ratsvorsitzende sagte, er sei „ein sehr guter Wissenschaftler".

NN
„Ehemänner und Ehefrauen der Koordinatoren reichen Förderanträge beim NCN ein — das ist in Ordnung [laut ihnen]."

F. Mudelsees Kopier-Gutachten

NN spricht über den Fall Mudelsee — ein Gutachter, der dasselbe Gutachten-Fragment in 10 bis 14 verschiedene Förderanträge des GRIEG-Programms kopiert hat:

NN
„Zehn, zehn Förderungen oder vierzehn Förderungen... Und er hat ein Fragment über wahrscheinlich eine Person kopiert. Er hat es in die anderen kopiert."

G. Doktorandin der Universität Schlesien — Ideendiebstahl aus Förderanträgen

NN beschreibt den Fall einer Doktorandin der Universität Schlesien (anonymisierte Person, nachfolgend: „die anonymisierte Doktorandin"). Nach Schilderung von NN soll die Doktorandin beim NCN eine schriftliche Beschwerde eingereicht haben, in der sie ihrem Betreuer Fehlverhalten sowie die mutmaßliche Verwendung von Ideen aus den von ihm begutachteten Förderanträgen vorwarf. NN gibt an, die Kommission für wissenschaftliche Integrität des NCN habe den Fall in ihrer Abwesenheit in kurzer Zeit geschlossen, unter Beteiligung von Janeczek, dem ehemaligen Vorsitzenden des NCN-Rates, der laut NN kein Kommissionsmitglied war, aber gekommen sei, um einen Kollegen derselben Universität zu unterstützen.

NN
„Dieser Experte [...] von der Universität Schlesien — eine Frau hat einen Brief geschrieben, dass der Professor sie zwingt, Experimente zu machen, dass er Ideen aus den begutachteten Förderanträgen stiehlt. Und diese Bemerkungen reichten aus. Ich war im Urlaub. Fall abgeschlossen."
NN
„Und warum kam er zur Kommissionssitzung? Weil er an der Universität Schlesien arbeitet und der betreffende Experte sein Kumpel ist."
NN
„Und wie nie zuvor schrieb Herr Jakub Michalik in fünfzehn Minuten ein Schreiben im Namen der Kommission. «Wir danken Ihnen, wir entschuldigen uns für alles.» Ich kam nach zwei Wochen Urlaub zurück und der Fall war bereits erledigt."
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